Autor: Palve-Charter
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Etappentörn nach Helsinki
Von Kröslin über Bornholm zu den Ahlandinseln und Helsinkli zurück auf die Insel Rügen
Kein Wind und dann aus der falschen Richtung (Rönne Bornholm) - 5. Mai

Erste Etappe Stockholm. Etwas gestresst haben wir am Pfingstsonntag die Palve für die erste Etappe nach Stockholm beladen. Wohlwissend, dass in Skandinavien das „flüssige Brot“ häufig geschmacklich wie auch materiell nicht immer unseren Vorstellungen entspricht, haben wir genügend Getränke und Lebensmittel für die nächsten 60 Tage gestaut. Technisch ist die Palve auch bestens durch die Investitionen im Winter für die lange Reise vorbereitet. Also kann die Reise beginnen – Kurs NE Richtung Hanöbucht. Aber wie so häufig in diesem Frühjahr kommt der Wind aus der falschen Richtung, nämlich genau auf die Nase aus NNE. Trotzdem geht es am Pfingstmontag bei moderaten 2 bft unter Maschine erstmals gegenan nach Sassnitz. Der Hafen von Sassnitz ist bekanntermaßen keine Idylle und die Verweildauer sollte man auf das Nötigste beschränken. Als Ausgangspunkt nach Skandinavien ist er aber gut geeignet. Laut DP 07 sollte der Wind am Dienstagmorgen auf NNW drehen, somit kalkulieren wir bei 4 bft einen schönen Anlieger nach Bornholm. Bei strahlendem Sonnenschein und brütender Hitze starten wir am Dienstagmorgen Kurs 45 Grad Ziel Rönne. Eine Stunde Segeln hat uns Rasmus gegönnt, danach schlief der Wind ein. Also mit dem Jockel bei glatter See nach Rönne. Nervige 8 Stunden unter Maschine bei stahlblauem Himmel. Von Dienstag auf Mittwochnacht hat das Wetter sich dramatisch verändert. Das Barometer fiel von 1022 auf 1005 - klares Zeichen für ein Tiefdruckgebiet mit ordentlich viel Wind und der Hoffnung auf einen Windreher Richtung Westen. Am Mittwoch zieht eine Front nach der anderen über Bornholm mit heftigen Regenfällen und starken Böen bis 8 bft. Windrichtung NNE. Wir entscheiden uns für einen Hafentag. Der Wetterbericht verspricht uns für den Donnerstag WNW 5 – genau richtig für einen Kurs 40 Grad – 65sm – nach Utklippan.
Endlich auf nach Schweden (Kalmar) - 12. Juni

Endlich auf nach Schweden Aus einem Hafentag wurden zwei. Das Tiefdruckgebiet war doch etwas stärker als ursprünglich angesagt und der erhoffte Winddreher war mit Starkwind von 6-7 bft verbunden. Also haben wir die „freie Zeit“ für die Schönheit von Bornholm genutzt und sind entlang der Küste nach Hasle gewandert und wieder zurück – ca. 20 km. Der Wetterbericht für Freitag, den 06.06.2009 sagte gegen Abend Wind aus NNW bei moderaten 4-5 bft an. Trotz alter Welle haben wir uns für eine Nachtfahrt nach Kalmar – 125 sm – entschlossen. Gut ausgeruht und optimal vorbereitet legten wir bei Sonnenschein um 17.00 Uhr in Rönne ab. Erstmal ging es in Sichtweite zur Uferlinie entlang der Insel, unter Maschine und gesetztem Großsegel, was sich als Stützsegel bestens bewährte vorbei an Hasle, Vang und Hammerhus. Der Wind stand auf NNW und wir kalkulierten einen Anlieger bei unserem Kurs von 40 Grad nach Kalmar. Aber Rasmus hat uns erneut einen Strich durch die Rechnung gemacht, Statt auf NW zurückzudrehen legte er schwache 2 - 3 bft aus NNE an und wir durften somit eine ganze Nacht unter Maschine gegenan fahren. Zwischenzeitlich habe ich Zweifel an meiner Opferstrategie gegenüber Rasmus. War ich bisher ein Verfechter der mahnenden Worte, da ich Alkoholopfer vermeiden wollte, denn zu wenig Alkohol verärgert ihn und zuviel Alkohol stimmt Rasmus übermütig, so werde ich Ihm künftig eine kleine Opfergabe geben müssen. Trotzdem war es eine äußerst interessante Nacht, denn wir querten zum einem das östliche Fahrwasser vom Bornholmsgatt und die angrenzende Tiefwasserrinne, um Zeit und Raum zu sparen, regelwidrig diagonal und nicht rechtwinklig. Bis ein Uhr Nachts hatten wir das volle Programm vom „Operettendampfer“ auf Ostseekreuzfahrt bis zum entgegenkommenden Tanker auf Kollisionskurs. Ich habe die Schiffsbegegnungen nicht gezählt, schätze aber 30 bis 40 Passagen. Zum Glück hat Falko einen AIS- Empfänger eingebaut. Das System funktioniert hervorragend und trägt wesentlich zur allgemeinen Entspannung bei. Auch kann ich die Erfahrung nur bestätigen, dass nachts, wegen der gut bis zu 20 sm erkennbaren Lichterführung der Berufsschifffahrt, sehr früh die Situation eingeschätzt werden kann. Aber manchmal fühlte Mann/Frau sich doch wie ein Spaziergänger auf den Gleisen im Frankfurter Hauptbahnhof. Nach 20 Stunden, mit leicht vibrierenden Knien, machten wir gegen 13.00 Uhr im Stadthafen von Kalmar fest, genau gegenüber von McDonalds, dessen kulinarische Fettgerüche den Hafen entlang zogen. Kalmar selbst ist ein nettes Städtchen mitten im gleichnamigen Kalmarsund gegenüber der Insel Öland, mit teils gut erhaltenen mittelalterlichen Gemäuern und guter Infrastruktur bis hin zu einem hervorragend sortierten Bootsausrüster, bei dem ich auch gleich zwei Ankereisen für die Schären gekauft habe. Unser nächstes Ziel ist das nur 20 sm nordöstlich gelegene Borgholm, eines der beliebtesten Seebäder auf Öland mit einer Sommerresidenz des schwedischen Könighauses. Danach wollen wir in den Schärengarten eintauchen.